
Nach der langen Durstrecke durch die Pandemie stehen die B-Jugend-Handballer des TV Nieder-Olm jetzt vor dem Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere: Das Team spielt um die Deutsche Meisterschaft mit und trifft am Freitag, 28. Mai, 18 Uhr, im Achtelfinale auf den Bundesliganachwuchs von Frisch Auf Göppingen. Nach einer gefühlten Ewigkeit wird der Ball in der Heinz-Kerz-Halle wieder durch die Nieder-Olmer Luft fliegen und die Jungs dürfen endlich wieder ihrer geliebten Sportart nachgehen.
Dabei steht das Team von Trainer Jan Ludwig vor einer echten Herkulesaufgabe: Die Saison 19/20 wurde abgebrochen, die Saison 20/21 erst gar nicht angepfiffen. Training, Fitness, konzentrierte Arbeit an Spielzügen waren daher lange Monate Fremdwörter. Es galt also zunächst die körperliche Fitness zu überprüfen und wiederherzustellen, inhaltlich in mammutschritten Dinge zu wiederholen und neue aufzuarbeiten, neue Spieler einzuarbeiten und andere zu ersetzen, die nicht mehr den Weg aus der Coronapause in die Halle gefunden haben. Zudem mussten unter anderem Hygienekonzepte und strenge Testkonzepte erarbeitet und umgesetzt werden. „Ich denke wir haben aus der Situation das Beste gemacht, auch wenn man dem Team natürlich die lange Pause anmerkt. Trotzdem konnten wir das Trainingsniveau sehr schnell auf ein sehr ordentliches Niveau anheben. Die Jungs sind hochmotiviert und mit Spaß bei der Sache“, blickt Jan Ludwig auf die vergangenen Wochen zurück.
Die Startberechtigung für die Endrunde als Vertreter von Rheinland-Pfalz und dem Saarland wurde den Nieder-Olmern via Setzliste der Oberliga RPS zugesprochen. Für einige der Spieler ist es eine Wiedergutmachung für das vergangene Spieljahr, in dem der TVNO bei Abbruch der Saison Tabellenführer war und die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft vor der Tür stand. „Jetzt freut es uns natürlich für die Jugendlichen umso mehr, dass sie zumindest zum Teil diese Chance bekommen“, sagte der 1. Vorsitzende des TVNO, Reinhard Schmitt. „In diesem Projekt stecken Jahre harter Arbeit und die Jungs haben genau auf diese Großevents hin gefiebert.“ Eine Absage wegen des fehlenden Trainings sei deshalb zwar überdacht, aber letztendlich verworfen worden. Entscheidend sei dabei auch der Fakt gewesen, dass der TV eine Fülle von Landeskader-Athleten bis hin zu Nationalkadertalenten in seinen Reihen habe, die parallel noch die DHB-Sichtung absolvierten und Handball als Leistungssport verstünden und lebten. „Nach drei Meistertiteln in der Oberliga haben die Jungs natürlich jede Menge Lust mal über den Tellerrand zu schauen.“
Der Dank des TV geht auch an die Stadt Nieder-Olm, die mit einer Sondergenehmigung den Weg zurück in die Halle geöffnet hat. „Wir freuen uns über die Chance, sind der Stadt sehr dankbar und versuchen diesem Privileg sehr verantwortungsbewusst zu begegnen“, sagte Jan Ludwig, der zudem feststellt: „In das Spiel am Freitag gehen wir zwar als klarer Außenseiter. Aber die Vorfreude ist riesig und die Jungs glauben fest an ihre Chance.“ Sollte das Kunststück gelingen das Auftaktspiel zu gewinnen, so würden in der nächsten Runde zwei Tage später Melsungen oder Magdeburg auf dem Weg ins Halbfinale warten.
Übrigens: Daumen drücken geht nur von zu Hause aus. Zuschauer sind leider noch nicht erlaubt.
